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Ich. Ich. Ich. - Egoismus als Selbstfürsorge.

Aktualisiert: 16. Mai 2023

Dieser Beitrag wird ein Plädoyer für Egoismus. Egoismus?!? Ja, Egoismus!


Mit Egoismus assoziieren wir wohl alle Unterschiedliches: Den großen Bruder, der sich immer das größte Frühstücksei genommen hat, das bockige Kleinkind, das im Supermarkt strampelnd auf dem Boden liegt und mit möglichst viel Lautstärke und Gesichtsröte seine Eltern von der Notwendigkeit der Tüte Gummibärchen überzeugen will, Schneewittchens Step-Mom, die sich für die Allerallerschönste hielt oder Despoten wie den berühmt berüchtigten französischen Sonnenkönig, Ludwig den 14., der mit dem Ausspruch "L'état, c'est moi!" unmissverständlich zu verstehen gab, wer hier das sagen hat - nämlich er.


Egoismus verheißt nichts Gutes. Egoismus hat einen schlechten Ruf. Und zumindest für Schneewittchens Stiefmutter, Louis XIV und vielleicht auch noch den großen Bruder (je nachdem, wie groß er denn zum Zeitpunkt der Frühstücksungerechtigkeiten so war) gilt das natürlich auch. (Das Kleinkind, das in dem oben beschriebenen Zustand ja nur ein entwicklungspsychologisch wichtiges Stadium durchläuft, lassen wir jetzt mal außen vor).


Dennoch möchte ich mich hier ausdrücklich FÜR Egoismus aussprechen! Allerdings nicht für Egoismus, der uns uns bereichern lässt auf Kosten anderer. Nicht für "Nach mir die Sintflut-Egoismus", bei dem andere Schaden nehmen.


Ich spreche mich hier für positiven Egoismus aus. Beim positiven Egoismus stellen wir zwar auch uns und unser eigenes Wohlergehen in den Mittelpunkt und ggf. hat auch mal hier und da jemand das Nachsehen. Aber positiver Egoismus ist gekennzeichnet davon, dass er uns dafür sorgen lässt, unser eigenes Energiereservoir gut gefüllt zu halten - für uns selbst... aber auch für die Welt um uns herum.


Wer schon mal eine ganz eigene Energiekrise (z.B. in Form eines Burnouts oder vielleicht auch "nur" einer langanhaltenden tiefen Erschöpfung) durchlaufen hat, der weiß, dass es dann für Leistungsfähigkeit im Job oder Liebe, Fürsorge und Fröhlichkeit in Familie oder Partnerschaft zappenduster aussieht.


Damit das nicht passiert, damit wir mit Freude, Elan und Motivation durch's Leben geht, müssen wir Energiefresser aussortieren oder zumindest reduzieren und uns Energiespendern zuwenden. Was das jeweils ist, ist sehr individuell. Energiefresser bzw. -spender können dabei Menschen, Orte, Dinge oder Tätigkeiten sein. Und oftmals kommt es auch einfach auf die Dosis an.


Wir brauchen brauchen mehr Mut zu...

  • nach Feierabend das Firmentelefon ausschalten (es sei denn wir sind Unfallchirurgen in Rufbereitschaft)

  • Pyjama, Wärmflasche und RomCom statt Kinoabend mit Freund*innen, wenn uns die Woche noch in den Knochen steckt.

  • Babysitter-Einsatz statt selbst die Kids ins Bett bringen, wenn der schmerzende Rücken und der knallvolle Kopf nach dem Yogakurs rufen.


Wir brauchen mehr Mut dazu, nicht immer alles perfekt und es allen recht machen zu wollen, sondern statt dessen mit "Fünfe gerade sein lassen-Attitüde" auch mal einfach unsere eigene mentale, emotionale und physische Gesundheit in den Mittelpunkt zu stellen - ganz ohne schlechtes Gewissen.



Ganz oft fängt das übrigens schon bei der Erfüllung der Grundbedürfnisse an: Nehme ich mir zwischen Meetings die Zeit, etwas zu trinken und zur Toilette zu gehen, auch wenn ein Termin den anderen jagt? Blocke ich mir mittags eine echte Pause, in der ich nicht nur einen nahrhaften gesunden Lunch esse, sondern auch noch einen Spaziergang mache, obwohl Anfragen sich türmen? Plane ich regelmäßige Sportzeiten ein, auch angesichts der Wäscheberge der Familie? Orientiere ich mich bei meinen Schlafenszeiten an meinem eigenen Chronotypen oder an dem meiner Partners/meiner Partnerin (das leidige Lärche-Eule-Dilemma)?


Wie wir zu positiven Egoisten werden können, welche gesunden Routinen uns dabei unterstützen und wie wir das am besten kommunizieren ohne dass es Zoff gibt, dazu erfährst Du mehr in diesen Masterclasses (jeweils mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr):











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