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Hitzefrei für die Seele: Wie Du gut durch heiße Tage kommst

  • Autorenbild: Anne Hehl
    Anne Hehl
  • 30. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Was ein Retreat, das zum langsamsten aller Zeiten wurde, mir über den Umgang mit Hitze in Erinnerung gerufen hat.


Inhaltsverzeichnis


Pool mit Badespielzeug

Mein langsamstes Retreat ever


Vor ein paar Tagen habe ich ein Retreat veranstaltet, das so ganz anders war als alle vorher. Nicht wegen des Programms, nicht wegen der Gruppe – sondern wegen der Hitze. Es war eines dieser Wochenenden, an denen die Luft selbst mittags schon flirrte und sich jede Bewegung wie ein Bad in Sirup anfühlte.


Ich hatte einen natürlich wie immer eine Idee für das Programm des Retreats. Dynamisches Vinyasa am Morgen, Yin am Abend - dazwischen Zeit z.B. für Wanderungen in der Heide. Doch spätestens beim Blick in die Wettervorhersage für die Retreattage war klar: Dieser Plan und diese Hitze, das passt nicht zusammen.


Also habe ich umgeplant. On the fly. Aus dem flotten Vinyasa wurde ein langsames Gleiten von Pose zu Pose, mit viel mehr Pausen als sonst. Aus den Wanderungen wurde Ruhezeit im Schatten. Und das Yin am Nachmittag war das "yinnigste" Yin, das ich je unterrichtet habe.


Und weißt Du was? Es war eines der schönsten Retreats, die ich je gegeben habe.

Die Hitze hat uns gezwungen oder - positver ausgedrückt - eingeladen, alles wegzulassen, was nicht notwendig war. Übrig blieb das Wesentliche: Verbindung, Ruhe, ein Lachen über die eigene Erschöpfung, ein gemeinsames Schweigen im Schatten der Bäume. Diese Erfahrung hat mich noch mal neu daran erinnert, wie wichtig es ist, mit der Hitze zu arbeiten statt gegen sie. Und genau darum geht es in diesem Artikel.


Warum Hitze uns wirklich so erschöpft


Bevor wir zu den Tipps kommen, kurz die Hintergründe: Hitze ist für Deinen Körper Stress – ganz im wörtlichen Sinne. Dein Nervensystem schaltet auf eine Art Alarmbereitschaft, der Kreislauf arbeitet auf Hochtouren, um Dich zu kühlen, und das kostet Energie. Kein Wunder also, dass Du Dich bei großer Hitze träger, gereizter oder weniger konzentriert fühlst.


Das ist also keine Charakterschwäche und kein Zeichen von mangelnder Disziplin. Es ist Biologie. Und genau deshalb lohnt es sich, den eigenen Alltag bei Hitze bewusst anzupassen, statt mit Willenskraft dagegen anzukämpfen.


Tipp 1: Trinken, aber richtig


Klingt banal, ist aber Grundlage Nummer eins: ausreichend trinken. Wichtig dabei: nicht literweise eiskaltes Wasser auf einmal, das schockt den Körper eher, als dass es hilft. Besser ist lauwarmes bis zimmerwarmes Wasser oder Tee, über den Tag verteilt in kleinen Schlucken. Wenn Du stark schwitzt, kann eine Prise Salz oder etwas Elektrolytpulver im Wasser zusätzlich helfen, den Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht zu halten.


Tipp 2: Deinen Tag der Hitze anpassen


Statt gegen die Hitze anzukämpfen, lohnt es sich, den eigenen Rhythmus anzupassen. Lege anstrengende Aufgaben, die Du nicht streichen kannst – Sport, wichtige Termine, konzentriertes Arbeiten – möglichst in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend. Die Mittagshitze ist zum Runterfahren und auf keinen Fall zum Powern. Genau das haben wir auf dem Retreat instinktiv gemacht: aktivere Programmpunkte nach vorn oder hinten verschoben oder ganz gestrichen, die Mitte des Tages dem Nichtstun gewidmet.


Tipp 3: Kühlung von innen und außen


Ein einfacher, aber wirkungsvoller Trick: die Unterarme unter kühles fließendes Wasser halten, ein feuchtes Tuch in den Nacken legen oder die Füße kurz in kaltes Wasser stellen. An diesen Stellen liegen viele Blutgefäße nah an der Hautoberfläche, weshalb sich die Kühlung von dort aus überraschend schnell im ganzen Körper ausbreitet. Auf unserem Retreat hat die "Hundedusche" - ein Gartenschlauch mit Duschaufsatz (eigentlich zum Reinigen der Vierbeiner und nicht zum Kühlen) - nicht nur meinem Hund Bobby Erleichterung von der Hitze gebracht.


Tipp 4: Leichtigkeit auf dem Teller


Schwere, fettige Mahlzeiten kosten Deinen Körper bei Hitze zusätzliche Energie für die Verdauung – genau die Energie, die Dir sonst fehlt. Leichte, wasserreiche Lebensmittel wie Gurke, Melone, Tomaten oder ein frischer Salat tun Deinem Körper an heißen Tagen deutlich mehr Gefallen. Auch das hat sich auf dem Retreat ganz natürlich ergeben bzw. die Hotelküche was passendes gezaubert: Statt des geplanten Eintopfes gab es kalte Suppen (Gazpacho & Co.)


Tipp 5: Die Erlaubnis zur Langsamkeit


Das ist für mich der wichtigste Punkt – und genau das, was ich auf dem Retreat noch einmal ganz tief gespürt habe. Erlaube Dir, bei Hitze langsamer zu sein. Weniger To-dos, mehr Pausen, mehr Nachsicht mit Dir selbst. Hitze ist keine Störung Deiner Pläne, sondern eine Einladung, einen Gang runterzuschalten. Was wie ein Verlust an Produktivität aussieht, ist in Wahrheit oft ein Gewinn an Präsenz.


Tipp 6: Atem als innere Klimaanlage


Eine kleine Yoga-Technik, die Du sofort ausprobieren kannst: die Sheetali-Atmung. Dafür rollst Du die Zunge zu einer Art Röhre (oder spitzt alternativ die Lippen, falls Dir das Zungenrollen nicht möglich ist), atmest langsam durch diesen „Strohhalm" ein und durch die Nase wieder aus. Diese Technik kühlt buchstäblich von innen und lässt sich überall anwenden – im Büro, in der Bahn oder eben auf dem Yogamatte im Schatten.


Fazit: Hitze als Einladung, nicht als Störung


Mein langsamstes Retreat ever hat mir noch einmal vor Augen geführt: Hitze zwingt uns zu etwas, das wir uns im Alltag oft nicht erlauben – Langsamkeit, Reduktion, Präsenz im Moment. Die nächsten heißen Tage kommen bestimmt. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit, nicht nur Deinen Körper, sondern auch Deinen Kalender ein bisschen herunterzukühlen.


Wenn Dir diese Tipps geholfen haben, hör auch gerne in die passende Podcast-Folge von IT'S ALL ABOUT YOU rein – dort gibt es am Ende noch eine kleine Meditation zum Runterkommen obendrauf.

 
 
 

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